Studie bestätigt Effizienz der Bauteilaktivierung

Bei der Aktivierung von Bauteilen und Gebäuden handelt es sich um einen Wachstumsmarkt mit einem großen zukünftigen Potenzial, so eine zentrale Aussage der Studie zu Energiespeichern in Österreich.

Seit vielen Jahren erhebt das Klimaschutzministerium im Rahmen der Kooperation mit der Internationalen Energieagentur IEA die Marktentwicklung innovativer Energietechnologien in Österreich. Jetzt wurde im Auftrag des BMK erstmals auch eine Markterhebung „Energiespeicher in Österreich“ für das Jahr 2020 durchgeführt, als Technologie mit an Bord auch die thermische Bauteilaktivierung.

Lasten steuern

Die thermische Speicherfähigkeit und Trägheit von massiven Bauteilen oder Gebäuden ermöglichen es, den Energiebedarf für das Heizen und Kühlen zeitlich zu verschieben. Die Zufuhr von Wärme oder ihre Abfuhr im Fall der Kühlung kann durch entsprechende Regelung bevorzugt zu jenen Zeiten erfolgen, in denen erneuerbare Energie zur Verfügung steht. Gebäude mit thermischer Bauteilaktivierung können daher so geheizt und gekühlt werden, dass der Betrieb dem gesamten Energienetz bzw. -system dienlich ist. Vorteile für das Energienetz ergeben sich vor allem dann, wenn der Netzbetreiber die Möglichkeit hat, die Last über eine Schnittstelle in gewissem Rahmen zu steuern. In den meisten Fällen werden aktivierte Bauteile mit einer Wärmepumpenanlage kombiniert.  Als Untersuchungsgegenstand verblieben in der Studie somit thermisch aktivierte Bauteile und Gebäude, welche mittels elektrisch angetriebener Wärmepumpenanlage mit Wärme und/oder Kälte versorgt werden. 2020 waren es an die 121.200 Gebäude, dies entspricht einem maximalen Lastverlagerungspotenzial von ca. 0,43 Gigawatt (elektrisch). Die Steigerung dieses Potenzials von 2019 auf 2020 betrug dabei ca. 20 Prozent.

Resümee: Wachstumsmarkt mit Potenzial

Klares Fazit der Studie, wie Projektleiter Peter Biermayr vom Ingenieurbüro Enfo bestätigt: „Bei der Aktivierung von Bauteilen und Gebäuden handelt es sich um einen Wachstumsmarkt mit einem großen zukünftigen Potenzial. Aufgrund der seit dem Jahr 2000 kontinuierlich steigenden Absatzzahlen von Heizungswärmepumpen gewinnt dieses Heizsystem immer größere Marktanteile. Im Jahr 2020 war in diesem Zusammenhang bereits jedes vierte verkaufte Heizsystem eine Wärmepumpenanlage, welche wiederum ein Potenzial zur Lastverlagerung darstellt.“

Für die Zementindustrie ist das ein weiterer Meilenstein in den Klimaschutz-Bemühungen: „Wir sind davon überzeugt, dass die Bauteilaktivierung in den kommenden Jahren vor allem bei mehrgeschossigen Wohnbauten verstärkt zur Anwendung kommen wird, denn die Bauteilaktivierung ist ein wichtiger Beitrag zur zukünftigen Energiespeicherung und verleiht der klimafreundlichen Wärme- und Kälteerzeugung einen Turbo, um in diesem Sektor das Ziel zu erreichen, 2040 nur noch erneuerbare Energien zu verwenden“, so Sebastian Spaun, Geschäftsführer VÖZ. „Die Bauteilaktivierung ist technologisch keine Raketenwissenschaft, sie ist einfach umsetzbar, ihr Potenzial ist gewaltig. Erfreulicherweise gibt es auch schon erste Anwendungen in Sanierungsvorhaben.“

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