Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit vergeben

Vier herausragende Projekte wurden von Klimaschutzministerin Gewessler für ihre außergewöhnlichen Leistungen im Bereich des nachhaltigen Bauens und Sanierens mit dem Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit 2021 ausgezeichnet.

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler gratulierte den beteiligten Architekt:innen und Fachplaner:innen sowie der Bauherrschaft der vier Preisträgerobjekte und auch den weiteren sechs Nominierten: „Alle Staatspreisgebäude zeigen deutlich: Nachhaltige Architektur ist mittlerweile ein fester Bestandteil heimischer Bau- und Sanierungsprojekte.“

72 Einreichungen, ein Drittel davon Sanierungen

Unter den insgesamt 72 Einreichungen für den Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit beschäftigte sich in diesem Jahr rund ein Drittel mit Sanieren, Umbauen, Weiterbauen und Reconstructing. Die Basis für die qualitative Bewertung der eingereichten Projekte bildet neben der architektonischen Analyse der klimaaktiv Standard für nachhaltiges Bauen und Sanieren. Zu den wichtigsten Kriterien dieses im Bereich Klimaschutz wohl anspruchsvollsten Gütesiegels Europas zählen Standort und Infrastruktur, Energie und Versorgung, Baustoffe und Konstruktion sowie Komfort und Raumluftqualität.

 

Die PreisträgerInnen

 

Denkwerkstätte, Hittisau, Vorarlberg,

Bauherrschaft: Georg Bechter, Architektur: Georg Bechter Architektur + Design, Fachplanung: Gerhard Ritter (Haustechnik)

Architekt Georg Bechter hat den alten Kuhstall, den sein Vater errichtet hatte, saniert und als Büro und Leuchtenmanufaktur adaptiert. Das Gebäude wurde bis auf die Primärkonstruktion abgetragen, anschließend wurde der Holzbau mit regionalen und nachwachsenden Rohstoffen wie etwa Holz und Lehm neu verkleidet.

 

Bildungszentrum Frastanz-Hofen, Vorarlberg

Bauherrschaft: Marktgemeinde Frastanz, Architektur: Pedevilla Architects, Fachplanung: Spektrum Bauphysik und Bauökologie GmbH (Bauphysik); Planungsteam E-Plus GmbH (Haustechnik); elektrodesign Fröhle René (Elektroplanung); gbd ZT GmbH (Projektsteuerung); Albrecht Baumanagement GmbH (Örtliche Bauaufsicht)

Das bestehende Schulgebäude wurde erweitert, wobei Alt- und Neubau eine untrennbare Symbiose miteinander eingehen. Während die äußere Erscheinung in einem homogenen Schokoladeton eingefärbt ist, kommen im Innenraum teils geölte, teils unbehandelte Fichtenböden zum Einsatz.

 

Paracelsus Bad & Kurhaus, Salzburg

Bauherrschaft: Stadtgemeinde Salzburg / KKTB, abgewickelt durch die Stadt Salzburg Immobilien GmbH, Architektur: Berger+Parkkinen Architekten ZT GmbH, Fachplanung: Ingenieurbüro Rothbacher GmbH (Bauphysik); sv.pf engineering (Bäderplanung); idealice Landschaftsarchitektur ZT (Landschaftsarchitektur); BauCon ZT GmbH (Statik); Technisches Büro Herbst GmbH (Elektrotechnik); MDE metal design engineering GmbH (Fassadenkonsulent); Haustechnik Dick & Harner GmbH (HKLS)

Anstelle der alten, in die Jahre gekommenen Badeanstalt wurde ein kompakter, mehrgeschoßiger Neubau errichtet. Während die wertvollen Anteile an der Fassade mit Kur- und Baderäumen bestückt wurden, versteckt sich die umfangreiche Haustechnik im Gebäudeinneren. Besonders hohes Augenmerk wurde auf die hochwertige Materialität mit eigens angefertigten Keramikstäben gelegt.

 

Smart-Block Geblergasse, Wien

Bauherrschaft: Angelika und Johannes Zeininger, Architektur: © zeininger architekten, Fachplanung: TB Käferhaus GmbH (Energieplanung + Techn. Gebäudeausrüstung); Hollinsky & Partner ZT-GmbH (Tragwerksplanung); Prause iC ZT-GmbH (Bauphysik); BCE Beyond Carbon Energy GmbH (Energie-Contracting)

Der Straßenblock im 17. Wiener Gemeindebezirk umfasst knapp 20 Parzellen und ist ein typisches Beispiel für die heterogene Verbauung im gründerzeitlichen Wien. Im Zuge einer umfassenden Sockelsanierung wurden die Häuser in der Geblergasse 11 und 13 erweitert, aufgestockt und haustechnisch von Grund auf erneuert. Erstmals in Österreich kam im historischen Bestandsbau Geothermie zum Einsatz.

 

Unterstützt wird der Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit 2021 von der Hypo Noe Landesbank und vom Fachverband Steine-Keramik. Die Broschüre zum Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit mit umfassenden Details zum Staatspreis sowie Kurzbeschreibungen aller nominierten und ausgezeichneten Projekte steht zum Download zur Verfügung: klimaaktiv.at/service/publikationen/bauen-sanieren/staatspreis2021

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