Lufthygiene wird wichtig

Corona ist nicht nur öd und vernichtend, die Lufthygiene ist mit einem Ruck in den Fokus gerückt, wie Konvekta-Österreich-Geschäftsführer Amir Ibrahimagic im Kurzinterview erklärt.

INTERVIEW – Amir Ibrahimagic

Corona und die gegen die Krise angesetzten Hebel beflügeln nicht nur die Bauwirtschaft allgemein, im Windschatten der Pandemie ist auch die Lufthygiene ins Bewusstsein von Gebäudebetreibern gerückt.

Building Times: Hat sich die Pandemie für Konvekta im Vorjahr negativ auf die Geschäftsentwicklung in Österreich ausgewirkt? Wenn ja, in welcher Größenordnung?

Amir Ibrahimagic: Eigentlich nicht. Die allgemeine Lage ist weiterhin gut in der TGA, also zumindest bei uns. Ganz positiv sehen wir den bis vor Corona fehlenden Fokus auf die Thema Lüftung, Aerosole und Luftqualität. Es zeigt sich, dass die bisher meistens verbauten Lüftungsgeräte mit Rotationswärmetauschern im Betrieb hygienisch doch nicht so einwandfrei sind. Hygienemessungen stellen damit Betreiber und Bauherren vor sehr kostspielige Probleme. Das Lebensmittel Luft erhält endlich einen höheren Stellenwert und wird nicht mehr so einfach als mögliches „Einsparungspotenzial“ in der TGA betrachtet. Da unsere Basis-Technik (Kreislaufverbundsystem) als einzige Lösung eine 100-prozentige physikalische Trennung der Luftströme garantiert und wir weltweit der Technologieführer sind, führte dies bisher ebenfalls zu vermehrten Anfragen.

Building Times: Wirkt sich das auch unmittelbar aus?

Amir Ibrahimagic: Ja, wir haben 2020 einige Projekte von geplanten und ausgeschriebenen konventionellen Anlagen auf unsere Energierückgewinnung umplanen dürfen. Oft waren die Hygiene und Corona der Grund, da damit das Risiko einer Kontamination der Frischluft durch die Abluft gesichert wird und der Bauherr kein Risiko mehr eingeht. In all diesen Fällen wurde gleichzeitig eine höhere Energieeffizienz im Betrieb und damit eine starke Reduktion des CO²-Ausstosses erreicht. Daher sehen wir die Zukunft und Entwicklung für unser Geschäft sehr positiv.

Building Times: Beeinflusst die noch anhaltende Situation die Planungen für das angelaufene Jahr?

Amir Ibrahimagic: Natürlich. Die allgemeinen Investitionen sind derzeit etwas zurückhaltender. Es fehlt leider der Optimismus der Menschen, verursacht durch die unzähligen Lockdowns.

Building Times: Gibt es für Sie aktuell coronabedingte Hemmnisse, die das Agieren auf dem Markt erschweren?

Amir Ibrahimagic: Die teilweise unklaren, oft wechselnden und oftmals sehr unlogischen Einreisebeschränkungen verkomplizieren zwingend die Marktaktivitäten. Wir konnten aber bisher alle Kunden und Interessenten gänzlich und auch immer vor Ort bedienen, was für uns oberste Priorität ist.

Building Times: Werden von Ihrem Unternehmen heuer neue Lösungen und Produkte lanciert?

Amir Ibrahimagic: Ja, wir werden unsere neueste technische Lösung „Zero Emission“ auf den Markt bringen. Dabei handelt es sich um eine erweiterte Energierückgewinnung für Lüftungsanlagen, welche auch die Heizung und Kälte integriert. Ziel ist es, die Lüftungsanlagen möglichst CO²-Emissionsfrei zu bauen und zu betreiben, mit minimalen Energiekosten. Nachdem auch der Flächenbedarf reduziert wird, ergeben sich neue Lösungsansätze in der TGA. Und das bei garantierten Leistungen inklusive Nachmessungen und Nachweise im Betrieb.

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