IGO sucht die Aufmerksamkeit

Die Jobkrise ist viral. Unternehmen der Ortner-Gruppe suchen mittels fahrender Plakatwand neue Mitarbeiter.

Egal mit wem man im Bauumfeld redet, alle suchen Mitarbeiter. So auch die Unternehmen der IGO Industries. Allein in Wien könnte man in den Firmen Ortner, HTG, Bacon und Babak 15 bis 20 neue Mitarbeiterinnen brauchen, wie die IGO-Chefin Iris Ortner gegenüber Building Times erklärt. Sie hat auch erkannt, dass es angesichts der angespannten Lage am Arbeitsmarkt heutzutage nicht mehr genügt, ein Jobinserat aufzugeben. Es müssten neue Mittel und Wege gefunden werden, um Personal zu rekrutieren. Ein solches Mittel ist unlängst in Form eines Transporters einer Werbeagentur durch die Stadt gekreist. Dessen Ladefläche ist mit einer schicken Plakatwand bestückt, auf der die frohe IGO-Botschaft verkündet wird: „Wir suchen die Besten der Besten“. Building Times hat Iris Ortner zur Personalsuche befragt.

INTERVIEW: Iris Ortner

Building Times: Frau Ortner, wie viele Mitarbeiter werden derzeit gesucht?

Iris Ortner: Die Aktion soll vor allem auf die Job- und Ausbildungschancen bei den Wiener Standorten von Ortner, HTG, Bacon und Babak aufmerksam machen. Im Bereich Heizung, Klimatechnik, Lüftung, Sanitär (HKLS) suchen wir an diesen Standorten aktuell rund 15 bis 20 Mitarbeiter*innen. Der Job-Such-Transporter kam bisher nur in Wien zum Einsatz. Österreichweit suchen wir an allen Standorten der IGO Industries Firmen natürlich noch mehr Mitarbeiter*innen.

Building Times: Welche Berufsgruppen sind derzeit am schwierigsten zu finden?

Ortner: Besonders gefragt sind Monteure*innen, Techniker*innen und Projektleiter*innen. Absolventen*innen einer HTL für Gebäudetechnik rollen wir den roten Teppich aus, wir sind aber auch offen für engagierte Quereinsteiger*innen. Dringend gesucht werden in der Ausbildung technische Zeichner*innen und HKLS-Monteure*innen. Junge Menschen, die hier eine Lehre absolvieren, haben eine Jobgarantie in der Hand. Gerade jenen Jugendlichen, die aufgrund der Corona-Krise eine Absage auf ihren zugesagten Lehrplatz erhalten haben, wollen wir ein Ausbildungsangebot machen.

Building Times: Wie ist es zum Job-Such-Transporter gekommen?

Ortner: Es reicht heute nicht mehr Jobausschreibungen zu schalten und über den Fachkräftemangel zu jammern. Wir müssen uns dazu mehr überlegen – und das tun wir. Der Arbeitsmarkt ist frei und keinem Monopol unterworfen, umso wichtiger ist, dass wir die Jobchancen unserer Firmen aktiv trommeln. Der Job-Such-Transporter ist eine Recruiting-Aktion von vielen und fährt unter anderem verkehrsreiche Straßen und prominente Baustellen wie das Parlament ab. Wir suchen die Besten der Besten und bieten auch das Umfeld dafür – ob für Lehrlinge oder Quereinsteiger. Unsere Industriegruppe besteht aus Gewerbebetrieben, die familiär geblieben sind. Das bedeutet hohe Flexibilität, viel Gestaltungsspielraum, kurze Entscheidungswege und flache Hierarchien.

Building Times: Was bietet IGO, was andere nicht haben?

Ortner: Unser Familienkonzern ist ein internationaler Player und steht mit einer hohen Eigenkapitalquote für Verlässlichkeit. Nur wenige der in den 90er-Jahren bestimmenden Player sind heute noch am Markt, während wir als in vierter Generation geführtes Familienunternehmen immer gestärkt aus Krisen hervorgegangen sind. Wir denken nicht in Dreijahresplänen, sondern langfristig. Hinzu kommt unsere hohe Liquidität, aufgrund nicht entnommener Gewinne. Das sind sehr gute Voraussetzungen für sichere Arbeitsplätze. Unsere Botschaft ist klar: Wir bilden weiter aus, wir eröffnen weiter Karrierechancen.

Building Times: Auf wen ist die Joboffensive abgestellt?

Ortner: Junge Menschen und auch Quereinsteiger. Wir unterstützen unsere Lehrlinge mit fachlichen Zusatzschulungen und bieten über unsere IGO Academy Tools und Hilfestellungen zur Persönlichkeitsentwicklung an. Etwa im Bereich Präsentationstechniken, Auftreten, Motivation und Rhetorik. Die Chancen müssen Lehrlinge wie top-ausgebildete Fachkräfte bei uns selbst ergreifen, aber wir bieten das Umfeld dafür. Ein ehemaliger Lehrling leitet heute unsere Baustelle beim Parlament. Gleichzeitig sind wir offen für Quereinsteiger, denn Karrieren verlaufen heute nicht linear. Eine Absolventin der grafischen HTL leitet nun die interne Weiterentwicklung unseres Warenwirtschaftsprogramms.

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