Grün statt Grau

Die Bauwerksbegrünung hilft als urbane Klimaanlage. In Wien 10 möchte der rote Bezirksschef mehr Grün.

Die Sommerhitze in Städten wird zunehmend zu einem ernstzunehmenden Problem. Asphalt, Beton und Glas heizen sich bei Sonneneinstrahlung auf bis zu 70° auf, speichern die Wärme und geben diese nur langsam wieder ab. So schafft es eine komplette Stadt, als ein thermischer Speicher zu wirken, und auf die sehnlich erwartete nächtliche Abkühlung kann man nur vergeblich hoffen.

Doch obwohl extreme Wetterereignisse wie Hitze und Starkregen kontinuierlich zunehmen, zeigt sich Vera Enzi, „Grünstattgrau“ Geschäftsführerin und Sprecherin des Verbands für Bauwerksbegrünung, optimistisch: „Die Begrünung von Bauwerken hilft, diese und weitere drängende Herausforderungen in unseren Städten zu lösen. Von einer Begrünung für daheim profitieren schlussendlich alle.“ Denn während der Photosynthese erzeugen Pflanzen nicht nur Sauerstoff, sondern lassen gleichzeitig auch Wasser verdampfen. Das verdunstete Wasser trägt zur einer Kühlung der Umgebung bei.

Wie sinnvolle Begrünung funktioniert, können sich Interessierte ab sofort an einem rundum begrünten Showcontainer namens „Mugli“ am Wiener Hauptbahnhof ansehen. Der Container ist mit Monitoring-Systemen ausgestattet und schafft somit ein Bewusstsein, wie sich urbanes Grün auf das unmittelbare Klima vor Ort sowie den Wasser- und Energieverbrauch auswirkt. Das Team von Grünstattgrau steht im Austausch mit über 300 Netzwerkpartnern vor Ort. „Soeben haben wir unser erstes Projekt ‚Favorite Jewel‘ in der Neilreichgasse fertiggestellt, welches den ersten Grünakzent der Ulreich Bauträger GmbH setzt“, zeigt sich Hans Jörg Ulreich erfreut.

Mit an Bord bei der Präsentation des Grünraum-Containers war auch der Bezirksvorsteher von Favoriten, Marcus Franz. Der Rote bekennt sich zu mehr Grün und möchte die Initiative unterstützen. Auch in anderen Teilen Österreichs ist das Innovationslabor aktiv: Partnerschaften bestehen bereits mit Graz, St. Pölten, Linz und dem Land Vorarlberg. Mit seinem Service-Angebot richtet sich das Labor an unterschiedliche Akteure – von Stadtverwaltungen über Wissenschaft und Wirtschaft bis hin zu Bauherren und Bewohnern. Ein wichtiges Anliegen ist es dabei, Technologien in die Praxis zu überführen und Wissen leichter zugänglich zu machen.

Wer ein konkretes Objekt plant, kann eine technische Erstberatung über Realisierbarkeit und Förderungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen. „Basis für unseren Erfolg ist die branchenübergreifende Zusammenarbeit unserer Partner“, so Susanne Formanek, ebenfalls Geschäftsführerin von Grünstattgrau.

Im Rahmen des Förderprogramms „Stadt der Zukunft“ der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft wird das Innovationslabor bis zum Jahr 2022 mit einer Summe von einer Million Euro gefördert.

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