EU will Batterie-Industrie wachküssen

De EU entdeckt den Reiz der Speicher. Mit einer fast 12 Milliarden Euro schweren Batterie-Initiative sucht Europa den Anschluss an die global Player. Österreich ist mit sechs Firmen vertreten.

Die Europäische Kommission hat ein Batterie-Großvorhaben mit einem Volumen von 11,9 Milliarden Euro genehmigt. Österreich ist bei der Entwicklung von neuen klimafreundlichen Technologien ganz vorne dabei und nimmt mit sechs Unternehmen an diesem „Important Projects of Common European Interest“ (IPCEI) zur Förderung der europäischen Batterieindustrie teil. Das Klimaschutzministerium (BMK) ermöglicht und unterstützt diese Beteiligung. Klimatechnologien und insbesondere innovative Batterietechnologien seien ein wichtiges Werkzeug im Kampf gegen die Klimakrise, so das Ministerium.

42 Unternehmen, 2,9 Milliarden Förderung

Am europäischen Gesamtvorhaben beteiligen sich insgesamt 42 Unternehmen aus zwölf Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Hierzu werden von privater Seite neun Milliarden Euro investiert. Die Mitgliedstaaten schütten Beihilfen in Höhe von 2,9 Milliarden Euro aus. Das Projekt verfolgt das Ziel, eine wettbewerbsfähige, innovative und nachhaltige Batterie-Wertschöpfungskette aufzubauen. Der Fokus liegt hier auf der Förderung von hochinnovativen Entwicklungen entlang der gesamten Wettschöpfungskette – vom nachhaltigen Abbau von Rohstoffen über die Batteriezellproduktion und -integration bis hin zum Recycling. Diese Projekte sollen dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit und Kompetenz Europas als Industrie-, Forschungs- und Entwicklungsstandort im Batteriesektor weiter zu stärken. Zudem zielt die Initiative darauf ab, den CO2-Fußabdruck im Batteriesektor signifikant zu reduzieren, und so einen direkten Beitrag zum Klimaschutz und der Umsetzung des „European Green Deals“ zu leisten.

6 heimische Firmen, 45 Millionen Steuergeld

Das BMK stellt für die sechs Unternehmen AVL, Borealis, Miba, Rosendahl Nextrom, Voltlabor und Varta Micro Innovation – alles Schlüsselunternehmen in ihren Bereichen – Beihilfen in Höhe von 45 Millionen Euro bereit. Die einzelnen Projekte stehen kurz vor dem Start und laufen zwischen vier und acht Jahren. Das BMK wird nun in weiterer Folge, gemeinsam mit der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und der Austria Wirtschaftsservice (aws), rasch an der nationalen Umsetzung der sechs Einzelprojekte arbeiten. FFG und aws waren bereits intensiv an der Begleitung des Genehmigungsprozesses beteiligt.
Das nun genehmigte Batterie-Projekt ist als nächster Schritt zur Umsetzung der ambitionierten neuen, europäischen Industriepolitik zu sehen. Das Instrument IPCEI ermöglicht die Bildung von großen europäischen Konsortien, die mithilfe von staatlichen Beihilfen und privaten Investitionen innovative und nachhaltige Einzelprojekte im Schlüsselbereichen der europäischen Industrie durchführen.

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