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Die Energiezukunft: Erneuerbar wärmen und kühlen

Das Gebäude der Zukunft soll nicht nur zum Klimaschutz beitragen, sondern auch Antworten für bereits jetzt spürbare Klimaveränderungen bieten – wie etwa bei den immer intensiveren Hitzeperioden. Zwei klimaaktiv Erfolgsbeispiele zeigen, wie sich das  auch in Stadtgebieten realisieren lässt.

Dass eine wachsende Anzahl an großvolumigen Neubauten in Städten in den letzten Jahren mit erneuerbarer Wärme versorgt wird, liegt nicht zuletzt an den Hitzesommern. Denn sie haben mehr und mehr Bauträgern und Planenden vor Augen geführt, dass die Möglichkeit, Wohnungen und Büros auch im Sommer kühlen können, sowohl aus wirtschaftlicher als auch als sozialer Sicht viele Vorteile bringt. Die Klimaschutzinitiative klimaaktiv des BMK unterstützt dabei mit Beratung, Informationen und klaren Qualitätsstandards für Planung und Installation moderner, nachhaltiger Gebäude und ihrer Haustechnik. Doch wie sieht diese insbesondere im urbanen Bereich heute aus?

Erneuerbare Systeme in Stadtquartieren

Intelligente Haustechnikkonzepte können mit einem System sowohl heizen, als auch kühlen. Vor allem im urbanen Raum werden solche Systeme daher immer häufiger realisiert. Die Temperatur in den Wohnungen wird über Bauteilaktivierung geregelt – also durch in den Decken oder im Boden integrierte Rohrleitungssysteme. Die im Sommer abgeführte Wärme wird in einem Erdsonden-Saisonspeicher unter dem Gebäude gespeichert und im Winter mit Hilfe von Wärmepumpen den Wohnungen wieder zugeführt. Mit der beratenden Unterstützung von klimaaktiv setzen zwei Stadtquartiere in Wien dieses innovative Wärmekonzept bereits um. Sie zeigen, dass diese intelligenten Heizsysteme auch bei großen Bauprojekten funktionieren.

MGG22: Mit Überschuss-Strom heizen und kühlen

In dem seit 2019 bestehendem Projekt MGG22 in der Mühlgrundgasse im 22. Bezirk werden 155 Wohneinheiten ausschließlich mit Vor-Ort-Umgebungswärme und Wärmepumpen geheizt. Der dafür notwendige Strom wird aus einem Windpark in der Umgebung Wiens bezogen. Und zwar immer dann, wenn dessen Leistung mindestens 40 Prozent der Volllast beträgt. Wärmepumpen wandeln den Windüberschussstrom um und speichern diesen in den Speichermassen in den Wohngebäuden, also den betonkernaktivierten Decken. Diese Niedertemperatur-Wärmeverteilung mittels thermisch aktivierter Bauteile wird nicht nur zur Beheizung, sondern durch „Free Cooling“ auch zur Kühlung genutzt und fungiert darüber hinaus als Mehr-Tages-Speicher für Wärme oder Kälte.

Wientalterrassen: 100 Prozent erneuerbare Energien für den Wärme- und Kühlbedarf

Das zweite Vorzeigeprojekt für eine klimaneutrale Zukunft sind die Wientalterrassen in der Käthe-Dorsch-Gasse im Westen Wiens, die 2022 fertiggestellt werden. Das Wohnungsangebot umfasst 197 geförderte Mietwohnungen und 99 kleinere, sogenannte SMART-Wohnungen. Auch dieses Projekt zeichnet sich durch sein kluges Energiesystem aus: Auf Basis des Niedrigst-Energiehausstandards ermöglicht es eine nachhaltige Wärme- und Kälteversorgung ganz ohne fossile Brennstoffe.

Die Wärmeversorgung erfolgt vollständig aus erneuerbaren Energiequellen, die am Grundstück gewonnen werden. Wärmepumpen und eine Niedertemperatur-Solaranlage sorgen für die richtige Temperatur in den Wohnungen, wobei die Wärme über die Aktivierung der Betondecken abgegeben wird. Im Sommer werden die Räume ebenfalls über die Decken gekühlt und die den Räumen entzogene Wärme im Erdreich rund um die Tiefensonden gespeichert.

Mit klimaaktiv in eine dekarbonisierte Zukunft

Das Energiekonzept beider Wohnprojekte zeichnet sich durch ökologische Temperierung, Speicherung von Wärme und ein innovatives Energielieferkonzept aus. Aus Klimaschutzsicht weisen sie weit in die Zukunft. Denn eine dekarbonisierte beziehungsweise gänzlich auf erneuerbaren Energien beruhende Wärme- und Kälteversorgung im Gebäudesektor erfordert energieflexible Gebäude. Sie müssen die volatile Energieerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern wie Wind und Sonne abrufen und über Tage oder Wochen speichern können.

Die große Bedeutung von Klimawandelanpassung, Netzdienlichkeit, Speicherfähigkeit und Kreislauffähigkeit von Baustoffen bis hin zu Komfortthemen im Sommer wie auch im Winter

spiegeln sich übrigens auch als neue und überarbeitete Kriterien im klimaaktiv Gebäudestandard 2020 wieder.

Weiterführende Informationen

Näheres zur erneuerbaren Wärmeversorgung in Stadtgebieten sowie zu Vorzeigeprojekten lesen Sie hier nach: klimaaktiv Stadt-Quartiere

Beratungsmöglichkeiten und Infos rund um das Thema nachhaltige Wärmeversorgung finden Sie hier: klimaaktiv erneuerbare Wärme

 

Entgeltliche Einschaltung des BMK

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